Fragen & Antworten

Fragen rund um die Arbeit der Plattform Asyl

Welche Aufgaben hat die Plattform Asyl?

Die Plattform Asyl widmet sich vier Aufgabenbereichen: Begegnung, Bildung, Vernetzung und Information. Dazu zählen z.B. das Patenschaftsprojekt ertebat, Workshops für Schulklassen und Jugendgruppen jeden Alters, Kampagnen rund um den Weltflüchtlingstag am 20. Juni und unsere Teilnahme an verschiedenen Vernetzungsveranstaltungen in Tirol, Österreich und Europa.

Wer finanziert die Plattform Asyl?

Die Plattform Asyl wird vom Land Tirol gefördert und erhält im Rahmen ausgewählter Kooperationen kleinere Projektförderungen von den jeweiligen Partnerinnen oder Partnern. Das Patenschaftsprojekt ertebat wird von der Kinder- und Jugendhilfe des Landes Tirol gefördert.

Wie kann ich die Plattform Asyl unterstützen?

Mit einer Geldspende können Sie die Plattform Asyl finanziell unterstützen. Sie tragen damit zur Menschenrechtsarbeit vor Ort bei und unterstützen das Weiterbestehen der Plattform Asyl. Gerne können Sie Ihre Spende auch einem bestimmten Zweck widmen.

Wie kann ich ertebat Patin oder Pate werden?

Unsere Patinnen und Paten im ertebat Projekt sind im Normallfall älter als 24 Jahre und haben die Absicht, mindestens ein Jahr lang in regelmäßigen Abständen Zeit mit einem unbegleiteten minderjährigen Flüchtling zu verbringen. Informieren Sie sich hier oder wenden Sie sich direkt an die Projektkoordinatorin Jutta Binder unter j.binder@plattform-asyl.eu wenn sich dafür interessieren, eine Patenschaft zu übernehmen. Wir suchen laufend nach neuen Patinnen und Paten und freuen uns über ihr E-Mail oder Sie bei einem Info-Abend begrüßen zu dürfen!

Was muss ich als Lehrerin oder Lehrer über Schulworkshops wissen?

Wir bieten Workshops für unterschiedliche Altersgruppen an: für Kinder zwischen 6 – 10 Jahren, für Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren und Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. Gerne passen wir unsere Workshops auch an die Reife Ihrer Gruppe individuell an. Die Workshops dauern 100 Minuten lang, werden kostenlos (bzw. gegen freiwillige Spenden) angeboten. Zwei unserer Workshopleiterinnen- und Leiter kommen in Ihre Einrichtung und bringen alles notwendige Material selbst mit. Vorbereitungen sind keine nötig. Gerne kommen wir auch zu Projekttagen in Ihre Schule!

Ich brauche Hilfe in meinem Asylverfahren – an wen kann ich mich wenden?

Wir empfehlen Ihnen, sich an den Diakonie Flüchtlingsdienst Tirol und der Verein Fluchtpunkt in Innsbruck zu wenden. Die Plattform Asyl bietet keine Rechtsberatung an.

Fragen zum Thema Flucht & Asyl

Was bedeutet Asyl?

Das Wort „Asyl“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Schutz“. Einen Asylantrag stellen bedeutet, einen „Antrag auf internationalen Schutz“ stellen. Es ist ein Menschenrecht, einen anderen Staat um Schutz bitten zu dürfen und in Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschrieben. Dies bedeutet nicht, dass der jeweilige Staat den Asylstatus auch gewähren muss, aber: Menschen müssen um Asyl ansuchen dürfen und es muss ein faires Asylverfahren durchgeführt werden.

Wer bekommt in Österreich Asyl?

In Österreich bekommen Personen Asyl, denen gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention auch ein Flüchtlingsstatus gewährt wird. Sie müssen glaubhaft vor Österreichs Behörden schildern können, dass sie wegen ihrer politischen Überzeugung, religiösen Zugehörigkeit, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer sozialen oder ethnischen Gruppe verfolgt wurden oder Verfolgung befürchten mussten. Jeder Asylantrag wird einzeln geprüft.

Armut, Arbeitslosigkeit oder der Wunsch nach einem besseren Leben sind keine Gründe, aus denen der Staat Österreich Asyl gewährt.

Kriegsflüchtlingen wird meist ein zeitlich begrenzter Aufenthaltsstatus („subsidiärer Schutz“) gewährt.

Wie viele Flüchtlinge kommen nach Österreich und Europa?

Die meisten Menschen, die zu einer Flucht gezwungen sind, flüchten innerhalb ihres Landes oder in ein Nachbarland. Vier von fünf Flüchtlingen weltweit leben in den ärmsten Ländern in Afrika und Asien.

2015/16 sind insgesamt ca. 1 Million Menschen nach Europa geflüchtet, seither sind diese Zahlen wieder stark zurück gegangen. Im Vergleich dazu: Allein in der EU leben rund 513 Millionen Menschen.

Im Jahr 2018 wurden ca. 13.000 Asylanträge in Österreich gestellt. Rund die Hälfte davon wurde positiv beantwortet.

(Quelle: UNHCR Österreich und Asylstatistik BM.I 2018)

Woher kommen die Menschen, die nach Österreich Flüchten?

Die meisten Menschen, die derzeit nach Österreich flüchten, stammen aus Syrien, Afghanistan, dem Iran, der russischen Föderation (Tschetschenien) und dem Irak.

(Quelle: Asylstatistik BM.I 2018)

Warum flüchten Menschen aus diesen Ländern?

In Syrien protestierten Menschen im Jahr 2011 als Folge des „arabischen Frühlings“, friedlich gegen ihre Regierung. Kurz darauf kam es zu Gewalt zwischen der Regierung und den Oppositionsgruppen. Der brutale Bürgerkrieg, bei dem die verschiedenen Seiten auch aus dem Ausland unterstützt werden, zwang Millionen Menschen dazu, ihr Land zu verlassen. Hunderttausende Menschen starben und immer noch müssen Menschen aus Syrien fliehen.

Afghanistan ist seit nunmehr 40 Jahren umkämpftes Kriegsgebiet zwischen verschiedenen Playern, wie einst der Sowjetunion, den USA und verschiedenen Widerstandsgruppen. Seitdem die radikalislamische Gruppe Taliban in Afghanistan weite Teile des Landes kontrollieren, zwingen Gewalt, Unterdrückung und Terror viele Menschen, das Land zu verlassen.

Aus dem Iran flüchten Menschen, weil sie vor der dort herrschenden islamischen Diktatur verfolgt werden oder Verfolgung befürchten. Eine unabhängige Justiz, das Recht auf freie Meinungsäußerung, Religionsfreiheit, Medienfreiheit und andere Einrichtungen, die für Rechtsstaatlichkeit stehen und Menschenrechte wahren sollen, sind im Iran nicht garantiert. Gesetze im Iran richten sich nach der islamischen Scharia. Oft wird die Todesstrafe verhängt.

Tschetschenien ist eine autonome Republik Russlands. In zwei Kriegen, die innerhalb weniger Jahre stattfanden, kämpften tschetschenische Gruppen gegen Russland, um die Unabhängigkeit von Russland zu erlangen. Hunderttausende Menschen starben und trotz offiziellen Kriegsendes 2009 müssen immer noch Menschen aus Tschetschenien flüchten.

Im Irak leben viele verschiedene ethnische und religiöse Gruppen. Die unterschiedlichen Interessen dieser Gruppen und der Reichtum an Erdgas und Erdöl führen immer wieder zu gewalttätigen Konflikten. Während der Diktatur Saddam Husseins kam es zu schweren Gewalttaten, Verfolgungen und Völkermord an der kurdischen Bevölkerung. Viele Zivilistinnen und Zivilsten kamen dabei ums Leben. Nach der Invasion der USA und Großbritanniens 2003 kam es zu Auseinandersetzungen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Terroranschlägen. Seit 2014 mussten außerdem Hunderttausende Menschen vor der islamistischen Miliz ISIS flüchten.

(Quelle: UNHCR Österreich)

Was ist der Unterschied zwischen dem Begriff Flüchtling und AsylwerberIn?

Der Begriff Flüchtling wird im Alltagsgebrauch für alle Menschen verwendet, die aus ihrer Heimat flüchten müssen. Rechtlich gesehen ist ein „anerkannter Flüchtling“ eine Person, die in einem anderen Land als ihrer Heimat einen Asylstatus hat. Die Person hat das Asylverfahren durchlaufen und einen „positiven Bescheid“ bekommen. Sie darf in Österreich leben und ist ÖsterreicherInnen rechtlich gleichgestellt (Ausnahme: Wahlrecht nur für StaatsbürgerInnen).

Eine Asylwerberin oder ein Asylwerber ist eine Person, die aus ihrer Heimat flüchten musste, woanders einen Asylantrag gestellt hat, aber noch auf einen Bescheid wartet. Solange die Person sich im Asylverfahren befindet, darf sie in Österreich bleiben, in einem Heim leben aber nicht arbeiten.

Der Begriff Asylant ist ein Begriff, der in den Gesetzen nicht vorkommt. Der Begriff ist ungenau, man weiß nicht, wer gemeint ist. Der Begriff gilt als abwertend und beleidigend.

Wieviel Geld bekommen Flüchtlinge in Österreich?

Anerkannte Flüchtlinge dürfen in Österreich arbeiten und Geld verdienen wie alle anderen Österreicherinnen und Österreicher auch. Sind sie dazu nicht fähig, können sie Mindestsicherung beziehen. Im Rahmen der Mindestsicherung können Menschen für Lebensunterhalt und Wohnung rund 800€ monatlich beziehen. Mit der bereits beschlossenen neuen Regelung zur Mindestsicherung („Sozialhilfe Neu“) werden Geldleistungen an Deutschkenntnisse (Niveau B2) und einen Grundschulabschluss geknüpft.

Asylweberinnen und Asylwerber erhalten die „Grundversorgung“, aber keine Sozialhilfe. Wenn Asylwerberinnen und Asylwerber nicht in Flüchtlingsheimen wohnen, bekommen sie maximal 365 € pro Person pro Monat. Der vergleichbare Betrag aus der Sozialhilfe für Österreicherinnen und Österreicher liegt bei maximal 885 €.

Leben Asylwerberinnen und Asylwerber in Heimen, in denen sie auch zu essen bekommen, bekommen sie 40 € Bargeld pro Person.

(Quelle: UNHCR Österreich)